Onlinehändler werden: Das sind die ersten 7 Schritte, um loszulegen

Onlinehändler werden: Das sind die ersten 7 Schritte, um loszulegen

Noch nie war es einfacher, als Onlinehändler mit einem eigenen Online-Shop durchzustarten. Was früher mal nur mit großen finanziellen und zeitlichen Aufwänden möglich war, ist heute mit Hilfe von professionellen Tools und Vorlagen ganz einfach und kostengünstig umsetzbar.

Diese niedrigen Einstiegshürden sowie der stetig wachsende E-Commerce Markt, bieten deshalb große Chancen und interessante Möglichkeiten für alle, die heute einen eigenen Online-Shop gründen wollen.

In diesem Beitrag bekommst du einen ausführlichen Überblick, wie du selbst in 7 einfachen Schritten ein Onlinehändler werden kannst.

Begriffsdefinition: Onlinehändler

Als Onlinehändler werden grundsätzlich alle bezeichnet, die einen eigenen Online-Shop betreiben und dabei Waren oder Dienstleistungen über das Internet anbieten und verkaufen. Damit differenzieren sich Onlinehändler ganz klar von den klassischen, stationären Händlern.

Es gibt allerdings auch sogenannte „Multi-Channel-Händler“, die ihre Produkte sowohl online als auch stationär anbieten. Eines der bekanntesten Beispiele ist der Elektronik-Händler MediaMarkt.

In den folgenden Ausführungen dreht sich alles um den Onlinehändler.

Schritt 1: Nische auswählen

Der erste Schritt auf dem Weg zum Onlinehändler betrifft die Nischenwahl.

Hierbei ist es wichtig, dass du dir eine Produktnische aussuchst, die dir persönlich viel Spaß bereitet. So stellst du sicher, dass du gleich von Anfang an die nötige Motivation mitbringst.

Eine Produktnische, die dir eine große Freude bereitet und mit der du dich schon ganz gut auskennst, bringt zudem einen weiteren großen Vorteil mit sich. Du kannst dich nämlich voll und ganz auf die neuen Themenbereiche, die mit dem Onlinehandel hinzukommen, fokussieren. Du musst dich also nicht parallel dazu noch zusätzlich in eine neue Produktnische einarbeiten.

In diesem Beitrag findest du eine Zusammenfassung von rund 200 Nischenideen. Vielleicht ist auch für dich etwas dabei?

Darüber hinaus findest du hier ein paar Tipps, wie du mit ein wenig Kreativität auf viele weitere Nischenideen kommen kannst.

Schritt 2: Gewerbe anmelden

Wer als Onlinehändler starten will und Produkte an Kunden verkaufen möchte, benötigt in den meisten Fällen auch ein Gewerbe dafür. Die Gewerbeanmeldung sollte dabei im Idealfall noch vor der eigentlichen Eröffnung des Online-Shops erfolgen.

Ein Gewerbe kann grundsätzlich sowohl „offline“ als auch „online“ angemeldet werden – am besten prüfst du die verschiedenen Möglichkeiten direkt selbst mit Hilfe einer kurzen Google-Suche für die Stadt oder Gemeinde, in der du wohnst.

Die „offline“ Gewerbeanmeldung bietet gegenüber der „online“ Gewerbeanmeldung einen entscheidenden Vorteil: Vor Ort erhältst du die schriftliche Bestätigung deiner Gewerbeanmeldung nämlich meist sofort. Bei der „online“ Gewerbeanmeldung kann dieser Prozess unter Umständen einige Tage dauern.

Die Kosten für eine Gewerbeanmeldung variieren je nach Stadt oder Gemeinde. Im Schnitt liegen sie bei etwa 30 € und sind einmalige Kosten.

In diesem Beitrag findest du eine Schritt-für-Schritt Anleitung, wie du ein Gewerbe anmeldest.

Falls du dir noch unsicher bist, ob du ein Gewerbe benötigst, dann hilft dir diese Checkliste sicherlich weiter.

Schritt 3: Produkte einkaufen

Sobald die Gewerbeanmeldung erfolgt ist, kannst du dich auch schon auf die Suche nach Produkten für deinen Online-Shop machen.

Für die Produktsuche stehen dir mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

Online-Shops bieten oft gute Chancen, um günstige Produkte zu finden. Melde dich am besten bei verschiedenen Newslettern von großen Online-Shops an, um keine Angebote zu verpassen.

Online-Marktplätze bieten eine weitere Möglichkeit, um gute Deals zu finden. Einige interessante Marktplätze sind: Amazon, Ebay, Facebook Marketplace, Etsy, Shpock, Ebay Kleinanzeigen, Avocadostore, Otto Market, Yatego, MediaMarkt Marketplace, Kaufland Marktplatz, Hood

Online Dealseiten sind nicht nur zum Vergleichen von Produktpreisen gut, sondern auch zum Einkaufen. Viele günstige Produkte findest du unter anderem auf diesen Seiten und Apps: Idealo, Geizhals, Billiger.de, iBOOD, mydealz, günstiger.de, Knallerfalke

Lokale Händler könnten auch den ein oder anderen guten Deal im Regal haben. Schaue einfach mal bei deinem nächsten Besuch in einem Shopping-Center etwas genauer hin.

Flohmärkte sind gerade in den Frühlings- und Sommermonaten eine weitere beliebte Möglichkeit, um sehr günstige Produkte zu finden. Mit ein wenig Verhandlungsgeschick lassen sich dort unschlagbare Deals machen.

Outlets gibt es für fast alle Produktbereiche. Hier findest du meist sehr stark rabattierte Produkte im Angebot. Mache am besten eine kurze Google-Suche, um nach einem passenden Outlet in deiner Nähe zu schauen.

Tipp

Nutze bei deinen Produkteinkäufen stets Cashback Programme, um bares Geld zu sparen. Dadurch reduzierst du nicht nur deine Einkaufspreise, sondern erhöhst letztendlich auch den Gewinn, der dir nach dem Verkauf übrig bleibt.

Zwei sehr empfehlenswerte Cashback Anbieter sind Shoop* und iGraal*. Bei einer kostenlosen Anmeldung über diese Links erhältst du zusätzlich einen Willkommensbonus.

Wer schon etwas mehr Startkapital zur Verfügung hat, kann auch direkt auf Großhändler zugehen und dort Produkte in größeren Mengen einkaufen. In diesem Beitrag findest du eine Reihe von Tipps, wie du einen Großhändler für deine Produktnische finden kannst.

Schritt 4: Online-Shop einrichten

Vor der Einrichtung deines Online-Shops solltest du dir zunächst die Frage stellen, ob du einen eigenständigen Online-Shop eröffnen möchtest oder einen Online-Shop auf einem Marktplatz wie zum Beispiel Ebay oder Amazon. Oder aber auch einfach beides in Kombination.

Beide Möglichkeiten haben jedenfalls ihre Vor- und Nachteile:

Vorteile und Nachteile Online-Shop

Zu den beliebtesten Shop-Baukastensystemen für die Erstellung eines eigenen Online-Shops zählen unter anderem Shopify, Shopware oder WooCommerce.

Unter den Marktplätzen zählen Ebay, Amazon, Facebook Marketplace, Shpock, Etsy und Ebay Kleinanzeigen zu den vermutlich beliebtesten Plattformen.

Egal für welche Online-Shop Variante du dich letztendlich entscheidest – in der Regel ist die Shop-Einrichtung sehr einfach gestaltet und wird von den verschiedenen Anbietern verständlich erläutert. Probier’s einfach mal aus!

Schritt 5: Rechtliche Grundlagen schaffen

Zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben wirst du bei der Einrichtung deines Online-Shops zusätzlich einige rechtliche Grundlagen erfüllen müssen.

Konkret musst du in deinem Online-Shop folgende Rechtstexte veröffentlichen:

  • Impressum
  • Allgemeine Geschäftsbedingungen
  • Widerrufsbelehrung
  • Datenschutzerklärung
  • Zahlungs- und Versandbedingungen
  • Batteriehinweise (je nach Produktkategorie)

Fehlende, veraltete oder unvollständige Rechtstexte sowie Rechtstexte mit unzulässigen oder irreführenden Klauseln können zu teuren Abmahnungen führen. Deshalb ist es wichtig, dir hierfür professionelle Unterstützung zu holen.

Anbieter wie die IT-Recht Kanzlei München* oder der Händlerbund* stellen alle für den Onlinehandel notwendigen Rechtstexte einfach und kostengünstig zur Verfügung – die Erstellung der Texte erfolgt dabei durch spezialisierte Juristen (inkl. Haftungsübernahme).

Einen ausführlichen Ratgeber mit vielen weiteren Tipps zum Thema „Rechtstexte“ findest du hier.

Hinweis

Neben den oben genannten rechtlichen Grundlagen sind viele Onlinehändler auch vom Verpackungsgesetz betroffen und müssen demnach einige zusätzliche Anforderungen erfüllen. Ob du auch selbst davon betroffen bist, kannst du mit Hilfe dieser Orientierungshilfe des Verpackungsregisters einfach in Erfahrung bringen.

In diesem Ratgeber findest du eine ausführliche Beschreibung, welche Anforderungen im Hinblick auf das Verpackungsgesetz erfüllt werden müssen.

Schritt 6: Rahmenbedingungen festlegen

Abschließend solltest du dir bei der Fertigstellung deines Online-Shops noch Gedanken über die folgenden zwei Punkte machen:

Bezahlung: Überlege dir, welche Zahlungsweisen du in deinem Online-Shop anbieten möchtest. Sie spielen nämlich eine sehr wichtige Rolle im Onlinehandel. Nicht selten wird ein Kauf nur deshalb abgebrochen, weil die von einem Kunden gewünschte Zahlungsweise nicht angeboten wird.

Die mit Abstand beliebteste Zahlungsweise in Deutschland ist PayPal, gefolgt von Google Pay und Apple Pay. Während die Zahlungsweisen bei vielen Marktplätzen bereits vorgegeben sind, hast du bei einem eigenständigen Online-Shop meist die freie Wahl.

Versand: Auch bei dem Versand solltest du dir überlegen, mit welchen Versanddienstleistern du zusammenarbeiten möchtest. Diese Entscheidung solltest du vor allem auf Basis deiner Produktnische treffen. Versendest du überwiegend Briefe, Pakete oder vielleicht sogar sperrige Verpackungen?

Je nachdem welche Art von Produktverpackungen du versendest, könnte sich der ein oder andere Versanddienstleister besser anbieten. Vergleiche hier am besten die Preise miteinander.

Zu den beliebtesten Versanddienstleistern in Deutschland zählen DHL, DPD, GLS, UPS und die Deutsche Post.

Schritt 7: Produkte im Online-Shop einstellen

Sobald dein Online-Shop fertiggestellt ist und deine ersten Produkte auch schon auf Lager sind, kannst du damit beginnen, diese für den Verkauf einzustellen.

Im ersten Schritt solltest du vernünftige Produktfotos von deinen Produkten machen. Das gelingt dir am besten, wenn du das Produkt vor einen neutralen Hintergrund stellst und gut beleuchtest. Dabei solltest du auch achten, dass das Produkt möglichst mittig platziert wird.

Am besten gelingt dir das mit Hilfe einer Fotobox wie zum Beispiel dieser hier*. So bekommst du auch ohne eine Profi-Kamera professionell aussehende Produktfotos, die deinen Umsatz steigern werden.

Ausführlichere Tipps zur Erstellung von Produktfotos findest du in diesem Beitrag.

Als nächstes steht die Produktbeschreibung an. Hier gibt es ebenfalls einige Dinge zu beachten, wobei du die Produktbeschreibung nicht überbewerten solltest. Im Vergleich zu den Produktfotos spielt die Beschreibung eine eher untergeordnete Rolle.

Dennoch solltest du – je nach Produktnische – auf die wichtigsten Produkteigenschaften kurz eingehen. Einige mögliche Punkte könnten diese sein:

  • Marke/Hersteller
  • Zustand
  • Lieferumfang
  • Herkunftsland
  • Leistung
  • Größe/Gewicht
  • Material
  • Alter
  • Setnummer

Darüber hinaus kannst du die Produktbeschreibung auch dazu nutzen, um auf wichtige Versand- und Zahlungsdetails oder besondere Serviceleistungen hinzuweisen. So könntest du beispielsweise näher beschreiben, in welcher Verpackungsart deine Produkte verpackt werden und welches Füllmaterial benutzt wird (z. B. Luftpolsterfolie bei Glas-Produkten).

Damit solltest du auch schon für den Verkaufsstart in deinem Online-Shop bereit sein.

Das Tagesgeschäft kann kommen

Da du nun alle Voraussetzungen geschaffen hast, um als Onlinehändler loslegen zu können, kann das Tagesgeschäft starten.

Grob lässt sich das Tagesgeschäft in folgende Bereiche aufteilen:

Produkte einkaufen: Ohne Einkauf von Produkten gibt es keinen Umsatz. So einfach ist das. Daher solltest du täglich nach neuen Deals Ausschau halten.

Produkte im Online-Shop einstellen: Mindestens genauso wichtig wie der Einkauf, ist das regelmäßige Einstellen von Produkten im Online-Shop. Denn solange diese nur im Lager herumstehen, bringen sie dir keinen Umsatz.

Kundenanfragen bearbeiten: Hierzu zählt nicht nur die Beantwortung von Fragen, sondern auch die Bearbeitung von Preisvorschlägen sowie die Abwicklung von Retouren.

Produkte versenden: Ein schneller Versand kann schon mal die ein oder andere positive Bewertung sichern. Daher solltest du deine Kunden nicht zu lange warten lassen.

Buchhaltung erledigen: Rechnungen schreiben sowie Belege einbuchen gehören zumindest am Anfang meist zur täglichen Arbeit des Onlinehändlers. Diese Arbeit kann man sich mit einem professionellen Buchhaltungstool wie zum Beispiel sevDesk* (14 Tage kostenlos testen) für nur wenige Euro pro Monat stark vereinfachen und dadurch wertvolle Zeit sparen.

Im Idealfall bildest du aus diesen Aufgaben einfach eine Routine, die du täglich verfolgst. So stellst du sicher, dass du stets am Ball bleibst und langfristig einen erfolgreichen Online-Shop aufbauen kannst!

Du hast weitere Fragen zu diesem Thema? Kommentiere einfach unter diesem Beitrag.

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