Checkliste: Brauche ich ein Gewerbe als Reseller?

Checkliste: Brauche ich ein Gewerbe als Reseller?

Du willst mit dem Reselling starten oder hast schon angefangen deine ersten Produkte zu verkaufen und fragst dich nun, ob du ein Gewerbe als Reseller anmelden musst? Dann findest du auf diese Frage garantiert eine Antwort in diesem Blogpost mit Hilfe meiner 4-Punkte-Checkliste, die ich für dich erstellt habe. 

Die 4-Punkte-Checkliste

Wer in Deutschland als Reseller mit dem An- und Verkauf von Waren starten möchte oder möglicherweise schon aktiv ist, sollte auf jeden Fall prüfen, ob die damit verbundene Aktivität auch einer gewerblichen Tätigkeit entspricht. Und das ist gar nicht so schwer wie es zunächst klingt. Denn der Gesetzgeber hat die Definition einer gewerblichen Tätigkeit ganz konkret im § 15 Abs. 2 EStG (Einkommenssteuergesetz) geregelt. Auf dieser Grundlage habe ich eine 4-Punkte-Checkliste erstellt, mit welcher du innerhalb von 5 Minuten herausfinden kannst, ob du ein Gewerbe als Reseller benötigst oder nicht. Ohne das ganze rechtliche „klein klein“ drum herum. 

Welche 4 Punkte definieren nun also eine gewerbliche Tätigkeit für uns Reseller? 

1. Es handelt sich um eine selbstständige Tätigkeit

Handelst du beim Reselling eigenständig? Dann trifft dieser Teil der Definition auf dich zu. 

Solltest du hingegen nicht selbstständig handeln, sondern Anweisungen anderer befolgen (z. B. als Angestellter), dann handelt es sich dabei nicht um eine gewerbliche Tätigkeit. 

2. Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr

Sofern du dich mit dem Reselling beschäftigst, trifft dieser Teil der Definition definitiv auch auf dich zu. Denn im Reselling Business führt kein Weg am Handel vorbei. Du wirst zwangsläufig durch den Einkauf und Verkauf von Waren am wirtschaftlichen Verkehr teilnehmen. 

Es sei denn, du verkaufst beispielsweise deine privaten Gegenstände aus dem Keller oder Dachboden. In diesem Fall handelt es sich selbstverständlich nicht um eine gewerbliche Tätigkeit. 

3. Es liegt eine Gewinnerzielungsabsicht vor

Es sollte hoffentlich bei allen angehenden Resellern eine Absicht zur Gewinnerzielung gegeben sein. Schließlich wollen wir unsere Produkte ja auch gewinnbringend verkaufen und möglichst keine Verluste einfahren. Wer also Produkte mit der Absicht kauft, um diese dann später zu einem höheren Preis gewinnbringend weiterzuverkaufen, der handelt entsprechend mit einer Gewinnerzielungsabsicht und erfüllt diesen Punkt. Das gilt übrigens auch, wenn die Gewinnerzielung nur ein Nebeneffekt ist. Dabei spielt die Höhe der tatsächlichen Gewinne keine Rolle. 

Wer im Umkehrschluss keine Gewinne erzielt, der erfüllt diesen Punkt logischerweise nicht. Daraus folgt, dass es sich hier eher um keine gewerbliche Tätigkeit handelt.

4. Es handelt sich um eine nachhaltige Betätigung

Planst du das Reselling über einen längeren Zeitraum dauerhaft zu betreiben? Oder verzeichnest du schon regelmäßige Verkäufe? Dann trifft auch dieser Teil der Definition auf dich zu. 

Solltest du aber nur sporadisch mal etwas verkaufen, dann handelt es sich hierbei in aller Regel um keine gewerbliche Tätigkeit. 

Was ist dein Ergebnis?

Falls alle 4 Punkte aus der Checkliste auf dich zutreffen, dann solltest du dich zeitnah auf den Weg machen um dein eigenes Reselling Gewerbe anzumelden. Wie das funktioniert, habe ich für dich in diesem Beitrag ausführlich beschrieben. 

Key Takeaways

1. Die Definition einer gewerblichen Tätigkeit ist im § 15 Abs. 2 EStG (Einkommenssteuergesetz) geregelt
2. Gewerblich tätig ist, wer selbstständig handelt,
3. Sich am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr beteiligt,
4. Eine Gewinnerzielungsabsicht hat
5. Und sich nachhaltig betätigt

Planst du demnächst ein Gewerbe für dein Reselling Business anzumelden oder hast du die Anmeldung sogar schon hinter dir?